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Stand: 10/2020

P Abfallentsorgung

Im Patientenzimmer fallen in der Regel überwiegend haushaltähnliche Abfälle in kleinen Mengen an, die von den Patienten selbst oder von Besuchern stammen. Eine Abfalltrennung wird aufgrund der geringen Mengen häufig nicht vorgenommen, die Entsorgung erfolgt typischerweise über einen Abfalleimer mit Deckel und eingelegtem Müllbeutel.

Dieser Entsorgungsart ist grundsätzlich auch für die Entsorgung von anderen Abfällen geeignet, an deren Sammlung und Entsorgung aus infektionspräventiver Sicht keine besonderen Anforderungen gestellt werden (z. B. Pflaster, Tupfer).

Fallen im Patientenzimmer im Rahmen der Behandlung Abfälle an, von denen eine Gefahr ausgeht (z. B. infektiöse Abfälle, spitze oder scharfe Gegenstände), sind diese gesondert zu entsorgen. Spitze und scharfe Gegenstände werden in der Regel über vom Personal mitgeführte Entsorgungssysteme (z. B. Spritzentabletts mit durchstichfesten Abwurfbehältern) entsorgt.

Durch unsachgemäße Entsorgung von benutzten Spritzen und Kanülen kommt es in Patientenzimmern immer wieder zu Unfällen (Nadelstichverletzungen). Daher ist es wichtig, dass Spritzen, Kanülen und vergleichbare spitze oder scharfe Gegenstände nach der Benutzung nicht achtlos auf dem Bett, dem Nachtschränkchen oder Essenstabletts abgelegt werden. Letzteres birgt auch die Gefahr, dass die Spritzen und Kanülen in andere Arbeitsbereiche wie Küche oder Spülküche gelangen und dort zu Nadelstichverletzungen führen. Auch bei Reinigungskräften kommt es immer wieder zu Nadelstichverletzungen durch Spritzen und Kanülen, die ungeschützt in Müllbeuteln oder Müllsäcken entsorgt wurden.

Die TRBA 250 fordert unter Ziffer 4.2.5 (6), dass gebrauchte spitze und scharfe medizinische Instrumente - einschließlich derer mit Sicherheitsmechanismus - unmittelbar nach Gebrauch durch den Anwender in geeigneten Abfallbehältnissen (Kanülenabwurfbehälter) zu sammeln sind. Nur so können Nadelstichverletzungen und damit einhergehende Infektionsrisiken vermieden werden.