Stand: 05/2014

OP Narkosegerät

Das Narkosegerät besteht aus einem Hochdrucksystem, in dem aus einer zentralen oder dezentralen Gasversorgung die für die Narkose erforderlichen Atemgase Sauerstoff, Druckluft und ggf. Lachgas (N2O) bereitgestellt werden. Über ein Reduzierventil werden die Gase in das Niederdrucksystem geleitet. Dieses umfasst das Beatmungssystem, das patientennahe Kreissystem mit Ventilsystemen, Verdampfer für volatile Anästhetika, Kohlendioxid(CO2)-Absorber, Messeinheiten usw.

Während einer Allgemeinanästhesie, bei der das Bewusstsein eines Patienten ausgeschaltet ist, wird die Atemfunktion durch das Narkosegerät sichergestellt. Ist die Spontanatmung erhalten, kann der Patient selbst atmen. Ist der Atemantrieb erloschen oder unzureichend, übernimmt das Narkosegerät die Beatmung.

Leckagen in Gasleitungen und  im Hochdrucksystem von Narkosegeräten können erhebliche Lachgaskontaminationen von OP-Räumen verursachen. N2O-Leitungssystem und Entnahmedosen müssen mindestens einmal jährlich im Ruhe- und Betriebszustand auf technische Dichtheit überprüft werden. Die Überprüfung ist in einem Prüfbuch zu dokumentieren. Nicht mehr genutzte Entnahmedosen sollten stillgelegt werden.

Narkosegeräte werden in der Regel nach den Vorgaben des MPG  regelmäßig überprüft. Das Hochdrucksystem der Geräte muss im Rahmen der gerätetypischen Toleranzen technisch dicht sein. Die Überprüfung ist zu dokumentieren.

Niederdrucksysteme von Narkosegeräten können in ihrem Aufbau und ihrer Funktionsweise unterschiedlich sein. In der Allgemeinanästhesie werden üblicherweise halb geschlossene oder geschlossene Rückatemsysteme eingesetzt.

Im halb geschlossenen System wird Frischluftgas im Überschuss eingesetzt. Bei diesen Systemen muss die Dichtheit des Niederdrucksystems regelmäßig überprüft werden, um Narkosegaskontaminationen der Raumluft zu vermeiden. Moderne Geräte führen diese Dichtheitsprüfungen eigenständig durch, bei älteren Geräten muss die Prüfung manuell nach jeder Gerätereinigung und jedem Wechsel des Patientensystems durchgeführt werden. Bei einem Systeminnendruck von 3 kPa (30 cm H2O) darf die Leckagerate im Niederdrucksystem nach dem Stand der Technik nicht mehr als 150 ml pro Minute betragen.

In geschlossenen Systemen wird nur das vom Patienten verbrauchte Gas ersetzt. Der Einsatz solcher Verfahren setzt voraus, dass das Niederdrucksystem dicht ist.