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Mobbing

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Allgemeines

Anfang der 80er-Jahre erforschte der schwedisch-deutsche Arbeitswissenschaftler Heinz Leymann das Phänomen eines schnell eskalierenden Konflikttyps am Arbeitsplatz. In Anlehnung an Forschungen aus dem Schulbereich übertrug Leymann den Begriff Mobbing auf Arbeitssituationen und beschrieb typische Verlaufsformen und Mobbinghandlungen.

Der Begriff „Mob“ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „Meute“ oder „Pöbel“, und damit ist bildlich gesprochen die Hetzjagd auf eine Person durch eine andere oder mehrere Personen gemeint. Man spricht auch synonym von „Psychoterror“, „Intrigen“, „Schikanen“ oder „Krieg“ unter Kollegen.

Versuche, den Begrifft eindeutig zu definieren, scheiterten immer wieder an inhaltlichen Unschärfen. Nach Ansicht des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt seien die Definitionen unnötig kompliziert und keine zuverlässige Hilfe bei der Rechtsanwendung. Das Bundesarbeitsgerichtes hat daher im Jahr 2007 entschieden, dass Mobbingdefinitionen nicht mehr angewendet werden.

Wer es rechtlich richtigmachen will, muss sich stattdessen an einem neuen Begriff des Bundesarbeitsgerichts orientieren. Mobbing fällt seitdem unter den Begriff „rechtswidriges Gesamtverhalten“. Die Gerichte müssen seitdem die Einzelakten sorgfältig bewerten, statt nur zu diskutieren, ob „systematisches Mobbing“ vorliegt. In der Gesamtschau ist dann zu klären, ob Teilaspekte zusammengenommen als rechtlich verbotene Verletzungen der Persönlichkeit oder der Gesundheit zu werten sind. Dieses Vorgehen soll den Rechtsschutz von Mobbingopfern erweitern und auf eine klarere Rechtsgrundlage stellen.