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Injektion  

Schutzmaßnahmen

01 | Informationen

Nach der Injektion sind die benutzten Kanülen unverzüglich in einen geeigneten Abwurfbehälter zu entsorgen. Das bedeutet, dass der Abwurfbehälter am Ort der Injektion bereitstehen muss (innerhalb 0,5 m). Eine kritische Situation besteht nach dem Herausziehen einer Nadel aus der Injektionsstelle. Jede überflüssige Bewegung mit der ungeschützten Nadel in der Hand, insbesondere bei unerwarteten Situationen und Störungen des Arbeitsablaufes durch Patienten oder Kollegen, lässt das Risiko einer Stichverletzung stark ansteigen. Ein Transport der ungeschützten Kanüle, das Ablegen auf Betten, Nachttischen oder Essenstabletts sowie das  Wiederaufstecken der Schutzkappe (Recapping) ist strengstens untersagt, da hiermit ein erhebliches  Verletzungs- und damit Infektionsrisiko verbunden ist. Die Entsorgung muss in jedem Fall durch denjenigen erfolgen, der appliziert.

Geeignet ist ein Abwurfbehälter dann, wenn Einfüllöffnung und Größe dem Entsorgungsgut angepasst sind. Auch muss der Behälter über passende Abstreif- oder Abdrehvorrichtungen für die verwendeten Kanülen verfügen, damit diese nicht von Hand abgezogen oder abgedreht werden müssen. Die allgemeinen Anforderungen an Abwurfbehälter für Spritzen und Kanülen sind in der Technischen Regel für Biologische Arbeitsstoffe 250 (TRBA 250) beschrieben.

Im Falle einer Stichverletzung ist das Vorgehen anhand eines "Notfallplan Kanülenstichverletzung" von großer Bedeutung. Er regelt die Sofortmaßnahmen wie z. B. Ausbluten und Desinfektion der Wunde, Aufsuchen des Durchgangsarztes, erforderliche labordiagnostische Untersuchungen, gegebenenfalls die Gabe von Immunglobulinen und die schnelle Durchführung einer Postexpositionsprophylaxe (PEP).  Er regelt ebenfalls die betriebsmedizinische Nachbetreuung. Der Plan sollte in Abstimmung mit dem Betriebsarzt erstellt werden und auf allen Stationen / Arbeitsbereichen ausliegen bzw.  im Klinik-Intranet zur Verfügung stehen und den Mitarbeitern im Rahmen der Arbeitsschutzunterweisungen bekannt gemacht werden.

Aus versicherungsrechtlichen Gründen müssen Kanülenstichverletzungen dokumentiert werden (z. B. Verbandbuch, D-Arztbericht, Unfallanzeige). Die Dokumentaion ist mindestens zehn Jahre aufzubewahren.