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Transfer & Lagerung

02 | weitere Hinweise

Die Arbeitsatmosphäre in der Notaufnahme ist unvermeidlich gekennzeichnet von der hohen Priorität notfallmäßig zu versorgender Patientinnen und Patienten und der damit verbundenen Erfahrung großer Anspannung, von Zeitdruck und Stress. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwarten von sich selber und Kolleginnen sowie Kollegen in diesen Phasen höchste Konzentration, Leistungsbereitschaft und Belastbarkeit. Entsprechend gering ist oft die Bereitschaft ausgeprägt, das eigene Wohlergehen bzw. das der Kolleginnen und Kollegen mit zu berücksichtigen. Das macht es schwer, Maßnahmen des Gesundheitsschutzes mit den betroffenen Kolleginnen und Kollegen zu entwickeln und langfristig zu etablieren.

Die Überzeugung, dass auch in medizinisch herausfordernden Situationen rückengerecht und belastungsarm gearbeitet werden kann und sollte, muss aber im Team der Notaufnahme selbst verankert sein. Zweifellos hat jeder medizinische Notfall in der jeweiligen Situation höchste Priorität. Das darf aber nicht dazu führen, dass das zuständige Personal permanent den Schutz der eigenen Gesundheit vernachlässigt und z. B. Transfers generell manuell und ohne Hilfsmittel durchgeführt werden, weil das vermeintlich so schneller und effizienter ist.

Wichtig ist hier, deutlich zu machen, dass

  • rückengerechte Transferprozesse in der Regel nicht entscheidend länger dauern, wenn sie im Team abgestimmt und sicher eingeübt sind.
  • im Sinne einer langfristigen Personalentwicklung Arbeitsprozesse so gestaltet sein sollten, dass sie dauerhaft ausgeführt werden können. Langjährig erfahrene Kolleginnen und Kollegen tragen erheblich dazu bei, die Versorgungsqualität in der Notaufnahme zu sichern, und sollten den Arbeitsbereich nicht nach einigen Jahren wegen Rückenproblemen verlassen müssen.