Anwendung von Operationsinstrumenten
Stand: 07/2025

NV Anwendung von Operationsinstrumenten

Der OP ist für Pflegekräfte kein Arbeitsplatz wie jeder andere. Die hier durchgeführten anspruchsvollen Tätigkeiten erfordern permanent ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Konzentration – schließlich geht es um die Gesundheit des Patienten oder der Patientin und im Extremfall um Leben und Tod.

Eine Kombination von Kostendruck in den Krankenhäusern und gleichzeitigem Fachkräftemangel führt zudem zu einer steigenden Arbeitsverdichtung für das OP-Personal. Es liegt daher auf der Hand, dass dem Schutz der Beschäftigten besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist.

Als Unfall- und Belastungsschwerpunkte bei der pflegerischen Arbeit im OP gelten insbesondere Schnitt- und Stichverletzungen (ggf. mit Infektionsfolgen) bei der Anwendung von Operationsinstrumenten.

Scharfe und spitze Gegenstände

Auf das Pflegefachpersonal entfallen zwischen 50 und 75 Prozent aller Schnitt- und Stichverletzungen bei der Arbeit (Quelle: DGUV Information 207-024 „Risiko Nadelstich“, Einleitung), wobei insbesondere Stationen und die OP-Bereiche betroffen sind. Innerhalb des OP-Bereichs gehören diese zu den häufigsten Verletzungsarten. Besonders unfallträchtig sind das Sortieren, Anreichen und Zurücklegen von Instrumenten. Aber auch spitze Drähte oder Bohrer können Verletzungen verursachen – und leider kommt es immer wieder zu Nadelstichverletzungen. Dabei besteht neben der reinen Verletzung immer auch die Gefahr einer Infektion.

Die wichtigsten technischen Schutzmaßnahmen sind das Verwenden geeigneter Sicherheitsgeräte und Abwurfbehälter. Aus organisatorischer Sicht sind vor allem das Erstellen von Arbeits- und Be­triebsanweisungen, insbesondere für die Übergabe der Instrumente sowie das Abräumen und Ent­sorgen gebrauchter Instrumente, zu nennen sowie Maßnahmen zur Verminderung von Zeitdruck. 

Die Übergabe scharfer und spitzer Instrumente wie dem Skalpell ist ein besonders gefährlicher Moment. Prinzipiell sollte die Übergabe so erfolgen, dass sich die Beteiligten dabei nicht stechen oder schneiden können. Beim Übergeben ist zudem darauf zu achten, dass die operierende Person nach der Übergabe nicht noch einmal umgreifen muss. 

Werden Menschen mit blutübertragbaren Erkrankungen operiert, sollten zudem Doppelhandschuhe mit Perforationsindikation getragen werden.

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