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CMR-Arzneistoffe

01 | Informationen

CMR-Arzneistoffe sind Arzneimittel, die als krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend eingestuft worden sind. Eine Auflistung von CMR- Stoffen findet sich in der TRGS 905 „Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe“. Die meisten Zytostatika greifen am genetischen Material an und schädigen, therapeutisch angewendet, vor allem die wachstumsintensiven Tumorzellen. Durch ihren Wirkmechanismus haben viele dieser Therapeutika selbst krebserzeugende Eigenschaften, und man muss davon ausgehen, dass sie den Kategorien 1 („bekanntermaßen krebserzeugend“) oder 2 („sollte als krebserzeugend angesehen werden“) zuzuordnen sind (TRGS 905, Ziffer 2.1).

Einige Substanzen wirken zusätzlich bei direktem Kontakt reizend, aber bisher wurde nur selten über akute lokale Wirkungen berichtet. Derzeit gibt es noch keine wissenschaftlich belegten Dosis-Wirkungs-Beziehungen, ab welcher Menge eine Gefahr bei nicht therapeutischer Anwendung gegeben ist. Aber aufgrund der Wirkweise der Substanzen, ist beim Umgang mit CMR Arzneistoffen besondere Vorsicht geboten.

Bei Arzneimitteln mit krebserzeugenden, erbgutverändernden und fortpflanzungsgefährdenden Eigenschaften hat der Arbeitgeber alle Arbeitsbereiche zu erfassen, in denen Beschäftigte Tätigkeiten mit CMR-Arzneimitteln durchführen. Alle CMR-Arzneimittel, mit denen offen umgegangen wird, oder die zu applikationsfertigen Zubereitungen verarbeitet werden, sind im Gefahrstoffverzeichnis aufzuführen (Ziffer 5.1, Abs. 1, TRGS 525 v. 9/2014). Vor Beginn der Tätigkeiten hat der Arbeitgeber alle erforderlichen Informationen für die Gefährdungsbeurteilung zu beschaffen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen festzulegen. Insbesondere muss mit einer Gefährdung der Beschäftigten in Bereichen mit folgenden Tätigkeiten gerechnet werden:

1. Auspacken von Originalverpackungen mit der Gefahr von Restanhaftungen auf der Oberfläche der Primärverpackung,

2. Zubereiten,

3. Applizieren (Verabreichen) von Injektionen, Infusionen, Instillationen, Aerosolen, Salben,

4. Beseitigen und Entsorgen von Erbrochenem nach oraler Arzneimittelapplikation,

5. Beseitigen und Entsorgen von Urin und Stuhl von Patienten unter CMR-Hochdosistherapien,

6. Entsorgen von CMR-Arzneimitteln und -resten sowie entsprechend verunreinigter Materialien einschließlich Bruch,

7. Handhaben von verunreinigten Textilien,

8. Reinigen verunreinigter Flächen und Geräte.

(TRGS 525 v. 9/2014)